Lehrstuhl für Fischkrankheiten und Fischereibiologie
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MINAHEALTH

MINAHEALTH: Prävention von Mykotoxikosen in Aquakulturen mittels modifiziertem Klinoptilolith

 

Das schnelle Wachstum der Aquakultur auf Grund der steigenden globalen Nachfrage nach Meeresfrüchten bedingt auch eine gesteigerte Nachfrage nach geeigneten Futtermitteln in diesem Bereich.
Das erhöhte Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltiges Wachstum,Tiergesundheit und Tierschutz hat für die Industrieländer hohe Priorität, während gleichzeitig steigende Futterkosten und das Risiko von Krankheitsausbrüchen das erforderliche Wachstum behindern. Um eine ausreichende Qualität und Quantität der Futtermittel nachhaltig zur Verfügung zu stellen, setzen die Hersteller verstärkt auf pflanzliche Proteinquellen in Aqua-Futtermitteln.

Jedoch sind, aufgrund von Produktions- und Lagerpraktiken, wichtige Quellen für pflanzliches Protein (Sojabohnen, Weizen, Getreidekörner, Mais usw.) häufig mit mehreren Mykotoxinen kontaminiert.
Darüber hinaus bergen in Gebieten der Welt, in denen die Aquakultur am stärksten wächst, wie Südostasien und Afrika, die klimatischen Bedingungen und die Pflanzenproduktionspraktiken ein erhöhtes Risiko einer Mykotoxinkontamination.

In Ländern mit niedrigem Einkommen geht dieses erhöhte Risiko mit einer reduzierten Kapazität den Eintrag von mykotoxinverseuchten Futtermitteln zu erkennen, beziehungsweise zu kontrollieren, einher.

Wie Eingangs erwähnt steigt der Bedarf an Meeresfrüchten aus Aquakultur weltweit. Dies führt dazu, dass Industrieländer im Allgemeinen mehr als die Hälfte ihrer Meeresfrüchte als qualitativ hochwertigeres Produkt importieren, wodurch die lokalen Verbraucher mit „Restprodukten“ zurückbleiben, die häufig unter verringerten Gesundheits- und Tierschutzstandards hergestellt werden, einschließlich weniger Bedenken bei der Verwendung von Mykotoxin-kontaminierten Futtermitteln. Daher wird die Einführung von Mykotoxin-kontaminierten Futtermitteln weltweit zu einem wachsenden Problem in der Aquakulturproduktion.

Unser Ziel im MINAHEALTH-Projekt ist die Überprüfung der Sicherheit und Wirksamkeit eines kürzlich entwickelten kommerziellen Produkts Minazel-Plus® und seiner Verwendung als Futtermittelzusatzstoff in der Aquakultur. Organisch modifizierter Klinoptilolith hat seine Rolle als hocheffizienter Multi-Mykotoxin-Absorber in der Landtierhaltung bereits unter Beweis gestellt.

Jedoch liegen über die Wirkung von Minazel-Plus® bei aquatischen Lebewesen nur begrenzt Informationen vor. Aus diesem Grund haben wir ein Netzwerk von Forschern beauftragt, dieses Produkt sowohl unter Labor- als auch unter Industriebedingungen auf der ganzen Welt zu evaluieren, wobei Studien in Deutschland (Prof. Palić), Ägypten (Prof. Zahran), Thailand (Prof. Chansue), Türkei (Prof. Genc) und Serbien (Prof. Markovic) durchgeführt werden.

Wir verwenden eine Vielzahl kommerziell gehaltener Arten: Pazifische Weißfußgarnele (Litopenaeus vannamei), Tilapia (Oreochromis niloticus), Karpfen (Cyprinus carpio), Goldbrasse (Sparus aurata); und Modellorganismen wie Dickkopfelritzen (Pimephales promelas) und Zebrafischen (Danio rerio). Wir verwenden verschiedene Methoden und Endpunkte, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Wirksamkeitsaussagen mit soliden wissenschaftlichen Beweisen zu untermauern und gleichzeitig die Verwendung von lebenden Tieren zu minimieren.

Seit 2014 wurden mehrere wissenschaftliche Studien an der LMU und in Partnerinstitutionen an verschiedenen Tierarten durchgeführt. Diese Studien haben die Sicherheit der organisch modifizierten Klinoptilolithe bei Verwendung als Futtermittelzusatzstoffe mit mindestens der doppelten empfohlenen Dosierung (bis zu 4 kg/Tonne Futter) eindeutig bestätigt. Die offensichtlichen gesundheitlichen Vorteile seiner Verwendung spiegeln sich in der Verbesserung der Produktionsparameter, der Verhinderung der schädlichen Folgen von Mykotoxinen und der immunmodulatorischen Wirkung wider.

Einige Tiermedizin- und Master-Studenten, sowie Doktoranden tragen ihren Teil zu den oben aufgeführten Studien bei, darunter Wanvisa Hussein, Phichanont Chiyansuvata, Nemanja Todorovic´und Ahmed El-Sebaey.